Rudolf Nykrin: 50 Jahre "Musik für Kinder - Orff-Schulwerk" (2011) Julia Gritzbach 30.06.2020

50 Jahre "Musik für Kinder - Orff Schulwerk"

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Rudolf Nykrin: 50 Jahre "Musik für Kinder - Orff-Schulwerk" (2011) Julia Gritzbach 30.06.2020 by Mind Map: Rudolf Nykrin: 50 Jahre "Musik für Kinder - Orff-Schulwerk" (2011)   Julia Gritzbach   30.06.2020

1. Materialien und Sinn der Ausgabe

1.1. Tonalität

1.1.1. Einteilung der Tonräume in de Klassen

1.2. Vokale Aktivitäten

1.2.1. ein- und mehrstimmig, rhythmisch-klanglich, formal abwechslungsreiches Sprechen

1.2.2. rezitativisches, liedhaft gebundenes Singen

1.3. Rhythmisch-melodische Übung

1.3.1. Kanon, Rondospiele, Rhythmen/Melodien zum weiterführen

1.3.2. "Elementare Musik [...] ist eine Musik, die man selbst tun muss, in die man nicht als Höhrer, sondern als Mitspieler einbezogen ist"(Orff 1964: 16, zit. n. Nykrin 2011: 283)

1.4. Körpermusik

1.4.1. Klatschen, Stampfen, Patschen führt zu Metrum, Takt und Form

1.5. Bewegung

1.5.1. Musik ist mit Bewegung, Tanz und Sprache verbunden

1.6. Instrumentalspiel

1.6.1. Stabspiele, kleines Schlagwerk, Pauken, Trommeln, Blockflöten, Melodieinstrumente, Gitarre, Streichinstrumente (Bass)

1.7. Gattungs- und Formenwelt

1.7.1. Strukturen von Lied-, Reihungs-, und Variationsformen

1.8. Sprach- und Bewegungsspiel

1.8.1. durch Abzählverse, Tanzlieder, Echospiel, Ergänzungsspiel

1.9. Improvisation

1.9.1. Wichtig: Finden, Erfinden, Entdecken

2. Musikpädagogische Trends

2.1. "Überintellektualisierung"

2.1.1. Drängt Singen und Musizieren an den Rand

2.2. "Handlungsorientierter Musikunterricht"

2.2.1. Musizieren und Singen steht wieder im Fordergrund

2.2.2. Erneute Orientierung am Orff-Schulwerk

3. Elementare Musik- und Bewegungserziehung

3.1. Orff-Schulwerk muss sich weiterentwickeln (Grundsätze bleiben aber gültig)

3.1.1. Anthropologische Tatsache des engen Bezuges von Musik, Sprache, Bewegung

3.1.1.1. gehört zu Elementaren Erziehung

3.1.1.2. Musik, Tanz, Bewegung wird genügend Raum gegeben

3.1.2. Erleben und sichere Erfassen von Metrum, Takt, Tonalität, Form, Zusammenspiel

3.1.2.1. Muss in Zukunft auch planmäßig unterstützt werden

3.1.2.2. "nicht brave" Zeitunterteilungen, wie Triolen, Synkopen, Swing, sollen zu den elementaren Erfahrungen zählen

3.1.3. Rhythmisch-melodische Übungen

3.1.3.1. "Früher wie heute kann sich in diesen Inhaltsfeldern das musikalische Lernen mit einer kreativen Haltung verbinden" (R. Nykrin, 50 Jahre Musik für Kinder, S.297)

3.1.4. Singen die intensivste Quelle melodischer Eigenerfahrung und die Sprache eine fundamentale Quelle des elementaren Rhythmus

3.1.4.1. Rhythmussprache und Relative Solmisation in den Unterricht mit einbeziehen

3.1.4.2. Ist bis heute beständig geblieben und kann in den Anfangsunterricht

3.1.5. Körperschlagwerk

3.1.5.1. Urquelle Rhythmisches Lernen und Ausdrucksträger musikalischer Gestaltung

3.1.6. Elementare Instrumente

3.1.6.1. Musizieren kann am besten mit Instrumenten beginnen

3.1.6.2. Können beim Improvisieren, Hörerziehung, Bewegung- und Tanzbegleitung eingesetzt werden

3.1.6.3. Bilden keine Hürde vor der Musik und fördern Bewegung von Armen, Händen, Fingern.

3.1.6.4. Erweiterung von Instrumenten: Selbstbauinstrumente, Latin Percussion.

3.2. Neue Texte und Lieder ersetzen ältere, da diese nicht ewig "haltbar" sind

4. Lerntheoretische Aspekte- die Notwendigkeit des planvollen Lernens

4.1. Musikalisches Lernen passiert nicht nebenbei, es bedarf des aktiven Erwerbs von Schemata zunehmender Komplexität

4.2. Musikalisches Verständnis kann erst durch Übung und Automatisierung erreicht werden

4.3. Informationen werden durch vielseitige, sinnliche Verknüpfung aufgenommen

4.4. Takt, Rhythmus, Tonordnung, Melodie, Klang, Form werden praktisch eindringlich auf- und ausgebaut.

4.5. Prinzip der Wiederholung (Ostinati) ist ein kennzeichnendes Stilmittel des Schulwerks

5. Ästhetische Erziehung als Lernbereich - Vielsinnlichkeit als Lernprinzip

5.1. Umstritten: Zeigt Ästhetische Erziehung sinnvolles Rahmenkonzept oder verliert Musikerziehung ihre Identität und eigentümlichen Wirkungsmöglichkeiten?

5.2. Schließt Bewegung, Sprache, szenische Elemente ein und konzentrieren sich auf den Aufbau musikalischer Erfahrung

6. Kreativität und offene Lernprozesse

6.1. Im Schulwerk: stimmiges Verhältnis zwischen impulsierenden Vorbild und der nachschaffenden Realisation durch lernende Spieler

6.2. Kreativität ist kein Zufallsprinzip, sondern eine Eigenschaft

6.3. Gestaltungsideen jüngerer/älterer und begabter/weniger begabter Schüler werden integriert. Werden im Schulwerk eingeschränkt:

6.3.1. Musikalisch und technisch hohen Ansprüche können entmutigen

6.3.2. Durch den stilistischen Rahmen, der damals für pädagogische Zwecke gegründet wurde.

7. Fazit: Aktuelle Arbeit im Sinne des klassischen Orff-Schulwerks

7.1. Kindesalter ist ein Raum mit sensiblen Phasen, in denen Erziehung sinnvoll ist

7.2. Wichtig: Lernen über die Sinne und Lernen mit allen Sinnen

7.3. Experimentieren, Improvisieren, Erfinden und persönliche Kreativität sind besonders schutzbedürftig

7.4. Musikalische Erziehung (Orff-Schulwerk) heißt musikalische Erfahrung planvoll zu musikalischen Kompetenzen aufzubauen

7.5. Elementare Musik bezieht auch zeitgemäße Rhythmen, Melodien mit ein

7.6. Orff Instrumentarium wird zeitgemäß ergänzt

7.7. In Erziehungsräumen müssen exemplarische Erfahrungen angestrebt und entstehende Motivation im weiteren Erfahrungsraum gelenkt werden

8. Des Status des klassischen Orff-Schulwerks

8.1. Kinder werden von der Umwelt (Medien/Werbung) beeinflusst

8.2. "Elementare Musik ist erdnah, naturhaft, körperlich" (R. Nykrin, 50 Jahre Musik für Kinder, S.313)

8.3. Wer Orginalmaterialien studiert gewinnt viel (maßstäbliche Orientierung, wie sie in praktischer Erziehungsarbeit eine Rolle spielt)

8.4. Praktische Nutzung der Werkfülle ist heute aber begrenzt

8.4.1. Brauchbar sind Arbeitsangebote aus der Rhythmisch-melodischen Übung

8.4.2. Zahlreiche Anlagen für den Instrumentalunterricht

8.4.3. Viele bedeutsame Arbeitsvorschläge

8.5. "Den Grundgedanken des Schulwerks wird man nur dann gerecht, wenn sich in der Arbeit die allgemeinen "Prinzipien" mit konkreten musikalisch-sprachlich-tänzerischen Inhalten zum Aufbau musikalischer Erfahrung verbinden." (R.Nykrin, 50 Jahre Musik für Kinder, S.315)